Marketing Funnel erklärt: So führst du deine Zielgruppe strategisch zum Kauf
Jan 15 •
6 min read •
Marketing
•Du fragst dich, warum viele Besucher auf deiner Website landen, aber nur wenige kaufen? Die Antwort liegt oft in der Struktur deiner Customer Journey oder an deinem Produkt. Hier kommt der Marketing Funnel ins Spiel – eines der mächtigsten Werkzeuge im Online-Marketing, um aus unbekannten Besuchern loyale Kunden zu machen. In diesem Guide erfährst du, wie du den "Verkaufstrichter" optimal nutzt, um deine Conversions zu maximieren und Budgets effizienter einzusetzen.
Das Wichtigste in Kürze
Der Marketing Funnel (auch Verkaufstrichter) visualisiert die Reise eines potenziellen Kunden vom ersten Kontakt mit deiner Marke bis zum Kaufabschluss. Er unterteilt die Customer Journey in drei Hauptphasen: Top of Funnel (Awareness), Mid of Funnel (Consideration) und Lower of Funnel (Decision). Dabei ist das Modell universell einsetzbar: Der Marketing Funnel funktioniert sowohl im B2C- als auch im B2B-Bereich. Ein strategisch optimierter Funnel hilft dir in beiden Sektoren, Streuverluste zu minimieren, Leads zu qualifizieren und Nutzer zum richtigen Zeitpunkt mit dem passenden Content anzusprechen.
Was ist ein Marketing Funnel genau?
Der Marketing Funnel ist ein strategisches Modell, das den Weg deiner Zielgruppe visualisiert. Stell dir bildlich einen Trichter vor: Oben (am weiten Ende) wirfst du ein weites Netz aus und sammelst viele Interessenten ein. Da nicht jeder sofort kaufbereit ist oder zur Zielgruppe passt, wird der Trichter nach unten hin schmaler.
Am Ende bleiben die qualifizierten Kontakte übrig, die tatsächlich zu zahlenden Kunden werden. Aber Vorsicht: Ein moderner Funnel endet nicht beim Kauf. Das Ziel ist es, Kunden durch Retention (Kundenbindung) zu Wiederkäufern und Markenbotschaftern zu machen – oft auch als "Flywheel" bezeichnet.
Warum ist das für dich wichtig? Ohne einen definierten Funnel schießt du mit deinen Marketingmaßnahmen oft ins Blaue. Ein strukturierter Trichter liefert dir wertvolle Daten darüber, an welcher Stelle Kunden abspringen und ermöglicht dir, das Budget dort einzusetzen, wo es den größten Hebel hat.
Ein erfolgreicher Marketing Funnel funktioniert nicht nur innerhalb einzelner Kanäle, sondern lebt von der Verknüpfung aller Plattformen. Nutzer wechseln zwischen Touchpoints: Sie sehen vielleicht zuerst eine Awareness-Ad auf Instagram, recherchieren dann über Google, laden ein Whitepaper herunter und klicken schließlich auf ein Retargeting-Banner auf YouTube. Wenn die Kanäle nicht aufeinander abgestimmt werden, dann entsteht ein bruchstückhaftes Nutzererlebnis und potenzielle Kunden springen ab.
Die 3 Phasen des Marketing Funnels
Um deine Zielgruppe effektiv anzusprechen, musst du verstehen, in welchem mentalen Stadium sie sich befindet. Wir unterteilen den Funnel klassisch in drei Bereiche:

Um deine Zielgruppe effektiv anzusprechen, musst du verstehen, in welchem mentalen Stadium sie sich befindet. Wir unterteilen den Funnel klassisch in drei Bereiche:
1. Top of Funnel (ToFu) – Awareness
Hier haben die Nutzer ein Problem oder ein Bedürfnis, kennen aber deine Lösung (und vielleicht sogar dein Unternehmen) noch nicht.
Ziel: Reichweite aufbauen, Aufmerksamkeit erregen, Traffic generieren.
Deine Strategie: Biete Mehrwert und Hilfe, ohne sofort aggressiv zu verkaufen.
Relevante Metriken:
Besucher: Unique Visitors / Sessions
Reichweite: Impressions, Reach
CTR: Klicks / Impressions x 100
Engagement: Likes, Kommentare, Shares und die Verweildauer auf der Website
2. Mid of Funnel (MoFu) – Consideration
Die Nutzer kennen nun ihr Problem und wägen verschiedene Lösungsansätze ab. Sie haben Interesse gezeigt (z. B. durch einen Klick oder Download).
Ziel: Vertrauen aufbauen, Expertenstatus beweisen, Leads generieren (z. B. E-Mail-Adresse einsammeln).
Deine Strategie: Liefere vertiefende Informationen, die dich als besten Anbieter positionieren.
Relevante Metriken:
Leads: Anzahl qualifizierter Kontakte
E-Mail Registrierungen: Sign-Up Rate
Downloads: Anzahl der Downloads und die Download Rate
3. Lower of Funnel (LoFu) – Conversion
Jetzt geht es um die Entscheidung. Der Nutzer ist kaufbereit und vergleicht nur noch letzte Details oder Anbieter.
Ziel: Kaufabschluss, Vertragsunterzeichnung.
Deine Strategie: Beseitige letzte Hürden und gib einen klaren Kaufanreiz.
Relevante Metriken:
Conversion Rate: Conversions / Besucher x 100
Kaufabschluss: Anzahl Käufe / Umsatz
Vorteile eines sauberen Funnel-Setups
Struktur
Du bringst Ordnung in den Kaufprozess deiner Produkte oder Dienstleistungen.
Effizienz
Du verbrennst kein Budget, indem du "Kalten Kontakten" sofort ein Kaufangebot machst.
Automatisierung
Einmal aufgesetzt (z. B. E-Mail-Strecken), arbeitet der Funnel 24/7 für dich.
Qualität
Durch das "Vorqualifizieren" im Trichter (MoFu) landen beim Vertrieb nur Leads, die wirklich Interesse haben.
Messbarkeit
Du erkennst genau, ob du ein Reichweiten-Problem (ToFu) oder ein Abschluss-Problem (LoFu) hast.
Funnel-Strategie: Kanäle & Content pro Phase
Welche Kanäle funktionieren wann am besten? Hier ist eine Übersicht, wie du SEO, SEA, Social Media und Affiliate perfekt auf die Phasen abstimmst.
Phase 1: Awareness (Aufmerksamkeit erzeugen)
In dieser Phase musst du laut sein und dort präsent sein, wo deine Zielgruppe nach Antworten sucht.
SEO: Optimiere auf generische Keywords und W-Fragen ("Was hilft gegen...", "Definition X"). Erstelle Ratgeber-Content, der Probleme löst.
SEA: Nutze YouTube Ads oder Display-Kampagnen für Branding. Bei Search-Kampagnen setzt du auf generische Begriffe (Broad Match) und automatisierte Gebotsstrategien.
Social Media: Schalte Ads mit dem Ziel "Traffic" oder "Reichweite". Nutze visuell ansprechende Formate (Videos, Reels), die das Problem der Zielgruppe thematisieren.
Affiliate: Arbeite mit Influencern oder Content-Seiten zusammen, um Testberichte oder Vorstellungen deiner Marke zu platzieren.
Phase 2: Consideration (Interesse vertiefen)
Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Du willst aus Besuchern Leads machen.
SEO & Content: Veröffentliche Case Studies, Whitepaper oder detaillierte Experten-Artikel, die deine USPs (Alleinstellungsmerkmale) subtil hervorheben.
SEA: Einsatz von Lead-Formularen in den Anzeigen oder Dynamic Search Ads (DSA), um spezifischere Suchanfragen abzufangen.
Social Media: Retargeting beginnt hier! Zeige Nutzern, die auf deiner Seite waren, weiterführende Inhalte (z. B. "Lade dir unsere Checkliste herunter"). Vergleiche deine Lösung mit anderen.
Affiliate: Setze Newsletter-Affiliates ein oder arbeite mit Vergleichsseiten zusammen, die deine Vorteile neutral bestätigen.
Phase 3: Conversion (Den Sack zumachen)
Der Kunde steht kurz vor dem Abschluss. Jetzt brauchst du Hard Facts und Incentives.
SEO: Stelle sicher, dass du bei transaktionalen Keywords ("Produkt kaufen", "Agentur beauftragen") und Brand-Keywords auf Platz 1 stehst.
SEA: Setze auf performance-orientierte Shopping-Ads oder Search-Ads mit klaren Kaufaufforderungen ("Jetzt bestellen und 10% sparen").
Social Media: Dynamic Product Ads (DPA), die genau das Produkt zeigen, das im Warenkorb lag. Nutze Verknappung ("Nur noch heute") oder Gutscheine.
Affiliate: Cashback-Portale und Gutschein-Seiten geben oft den letzten Impuls für den Klick auf "Kaufen".
Nutze kanalübergreifende Strategien – von SEO über SEA bis Social. Diese sorgen dafür, dass deine Botschaften konsistent bleiben und jeder Kontaktpunkt die nächste Handlung im Funnel unterstützt.

Andreas Kraus
Managing Director
Praxis-Checkliste: Deinen Funnel erfolgreich aufbauen
Willst du deinen eigenen Funnel starten oder optimieren? Gehe diese Punkte durch:
Zielgruppe definieren: Erstelle klare Buyer Personas. Wen willst du erreichen?
Customer Journey Map: Skizziere den typischen Weg deiner Kunden. Wo sind die Touchpoints?
Content Audit: Welchen Content hast du schon? Ordne ihn den Phasen (ToFu, MoFu, LoFu) zu.
Lücken füllen: Erstelle fehlenden Content (z. B. fehlt oft Content für die Entscheidungsphase).
Technik Setup: Richte Tracking ein (Google Analytics 4, Pixel), um den Fluss der Nutzer zu messen.
Traffic starten: Drehe den Hahn auf (Ads, SEO), um Nutzer oben in den Trichter zu kippen.
Optimierung: Analysiere monatlich die Conversion Rates zwischen den Stufen sowie das Nutzerverhalten und führe gezielte A/B-Tests in allen Funnel Stufen durch.
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Häufige Fehler beim Marketing Funnel Aufbau
Vermeide diese Stolperfallen, um dein Budget zu schonen:
Unklare Zielgruppe: Wenn du versuchst, alle anzusprechen, sprichst du niemanden an. Der Funnel wird "verstopfen", weil der Content nicht resoniert.
Zu schnelles Verkaufen: Wer im ersten Kontakt (ToFu) direkt einen Heiratsantrag macht (Kauf mich!), schreckt ab. Baue erst Vertrauen auf.
Unspezifische Value Proposition: Wenn der Nutzer nicht sofort versteht, was er davon hat, ist er weg. Kommuniziere den Nutzen, nicht nur Features.
Vernachlässigung der Bestandskunden: Der Funnel endet nicht beim Kauf. Vergiss Cross-Selling und Empfehlungsmarketing nicht.
Datengetrieben zum Erfolg
Der Marketing Funnel ist weit mehr als nur ein theoretisches Modell. Er ist der Bauplan für skalierbares Wachstum. Wenn du verstehst, an welchem Punkt der Entscheidungsfindung sich deine Kunden befinden, kannst du sie dort abholen und sicher zum Ziel begleiten. Das Ergebnis? Glücklichere Kunden und mehr Umsatz bei gleichem Budget.
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