AdWords vor 3 Jahren

App Placements sprengen AdWords-Budget im Google Display Network

Im Laufe der letzten Wochen ist in einigen unserer Display-Konten plötzlich das AdWords-Tagesbudget um mehr als das 10-fache gestiegen. Dank unserer internen Monitoring-Tools bei Sunlab fallen uns unnatürliche Schwankungen in einem AdWords-Konto sofort auf. In den meisten Fällen waren immer nur einige wenige oder eine einzelne Adgroup dafür verantwortlich. Ein Blick auf die Impressionen zeigt den drastischen Anstieg an Ausspielungen:

GMob Mobile Display Placement Adwords

Die Anzahl hat sich über Nacht fast um das 12-fache erhöht – ohne das in der vergangenen Woche Änderungen an der Kampagnen-Ausspielung vorgenommen wurden. Das hat sich selbstverständlich auch in den Kosten niedergeschlagen:

gmob-kosten

Mobile App als Ursache identifiziert

Der Übeltäter war schnell gefunden: Eine einzige mobile App war plötzlich für 95% der Impressionen der Adgroup verantwortlich:

GMob App Placement

Abgesehen davon, dass unser Targetting ganz und gar nicht zu einer App Namens Wer wird Millionär? 2014 (Google Play), by AgeGames passt, lässt die Klickrate vermuten, dass hier viele Leute womöglich unabsichtlich auf die Anzeige klicken.

Deaktivierung von Mobile-App-Placements

Die Ad-Ausspielung über Apps ist bei einer Display-Kampagne die ebenso für Mobile aktiviert ist automatisch aktiv. Aufgrund der aktuell ungenauen und teilweise unverhältnismäßig heftigen Auslieferung macht es in vielen Konten womöglich Sinn, Apps auszuschließen. So funktionierts:

Kampagne auswählen -> Display Netzwerk -> Placements -> bis zu „Optionen für Website-Kategorien“ herunterscrollen und auf „Optionen“ klicken.
optionen-display-kampagne

Hier befinden sich eine ganze Reihe von Anpassungsmöglichkeiten. Am Ende der Liste findet man unter der Überschrift Test die Option für GMob-Mobile App (keine Interstitial-Anzeigen). Sobald man diese Option deaktiviert, findet keine weitere Anzeigeschaltung in mobilen Apps statt. Man sollte hier sowohl reguläre Display Kampagnen als auch Remarketing oder Similar Audience Kampagnen prüfen.

display-targetting-anpassen

Da die Targeting-Option passenderweise mit einem „Test“ betitelt ist können wir davon ausgehen, das Google hier noch nachbessern wird. Abgesehen davon lohnt es sich auch mal die anderen Optionen genauer anzuschauen.

Zusätzlich zur Targeting-Option muss adsenseformobileapps.com als Placement-Auschluss hinzugefügt werden. Nur wenn beide Schritte – Display Option anpassen & Negativ-Placement hinzufügen – durchgeführt wurden erscheinen keine Ads mehr auf mobilen Apps.

Kategorie:
AdWords

Veröffentlicht von Andreas Kraus

Andreas ist Gründer und Geschäftsführer der Sunlab GmbH. Bevor er 2001 seinen Fokus auf Online Marketing gelegt hat war er als Programmierer tätig. Schon in jungen Jahren entwickelte er Software und beschäftigte sich mit Computern.Er gilt als digitale Koryphäe und kann auf umfassende Erfahrung im Technologie und Marketing zurückgreifen.

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3 Kommentare

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  • Elke Greim

    20. Januar 2014 um 13:36 Uhr

    Sehr interessanter Artikel, herzlichen Dank für die Monatagslektüre. Wir hatten einen ähnlichen Fall auf unserem Konto in Polen, die Ausschlussfunktion, die beschrieben hat, bietet hierfür die Lösung. Google sollte an diesem Punkt aber auf jeden Fall nacharbeiten, es ist wahrscheinlich nicht einfach, dem Kunden zu erklären, warum sich sein Budget verzehnfacht hat. Über euren durchschnittlichen Cost per Click von 0,20 Euro freue mich sehr : ) Viele Grüße, Elke Greim.

  • Konrad

    29. Januar 2014 um 10:32 Uhr

    Hallo Elke, in der Tat ist es für einen Kunden nicht so schön wenn sich über Nacht das Budget verzehnfacht. Allerdings hat man nur begrenzten Einfluss darauf, dass Google regelmäßig etwas an der Ausspielung der Anzeigenformate ändert. Entscheidend ist in dem Fall hauptsächlich, dass es sofort auffällt und man gleich Anpassungen durchführt. Dafür sind insbesondere eigene Monitoring Tools wichtig.

  • Dieter Caspar

    15. Januar 2015 um 07:42 Uhr

    Sehr interessanter Artikel.

    Nicht nur das für AddWords Kunden solcher autonatische Klicks bei mobilen Apps ein verständliches Ärgernis sind. In diesem Fall ist wohl auch zu erklären, warum Google hier wohl scheinbar den einfachen Weg geht, und AdSense Partner lieber sperrt, wenn ein ungewöhnlich hoher Klickanstieg im AdSense Konto verzeichnet wird, als der wirklichen Ursache mal nachzugehen und den Anbieter und Entwickler von Apps solche automatische Klickgenerierung zu untersagen.
    So gesehen bleibt sowohl für Adword Werbetreibenden als auch für AdSense Partner nicht anderes üblich, als den Klickverlauf durch Targetting Massnahmen genau zu beoachten und dann entsprechend zu reagieren.