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Recap des OmCap-Konferenztages 2013

Mira Rodrigues

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Carsten Maschmeyer: Selfmade – Erfolg reich leben

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Den Auftakt des zweiten Tages der OmCap 2013 gab Carsten Maschmeyer. Mit seinem Buch „Selfmade – Erfolg reich leben“ belegt er im Bestseller Ranking des Manager Magazins Platz 1, weshalb dieser Name den meisten ein Begriff sein dürfte. In ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, gründete der Unternehmer 1988 den Finanzkonzern AWD und besiegelte damit seine Erfolgsgeschichte. Spätestens nach dem Verkauf all seiner Anteile im Jahr 2007 gehört er zu den reichsten Selfmade Millionären, mittlerweile vermutlich sogar Milliardär. Derzeit hat Maschmeyer viele berufliche Schwerpunkte, unter anderem Berater, Investor und Unternehmer. Wer sein Buch gelesen oder seinen Vortrag gehört hat, den wundert das nicht. Mit Wortgewandtheit und Charme erzählt er davon, wie man erfolgreich wird, was man auf dem Weg dahin einstecken muss und wie man nur durch Misserfolge zum eigentlichen Ziel gelangt.
Um erfolgreich zu sein, müsse man die Anzahl der „Neins“ erhöhen. Nur durch eine Erhöhung der Ablehnungsrate könne man am Ende Gewinne einfahren, sein Ziel erreichen und sich verbessern. Zunächst scheint diese These doch sehr abwegig, doch bei genauerer Betrachtung macht die Aussage durchaus Sinn: fragt man 10 Leute ob sie das Produkt kaufen wollen, sagen 6 davon nein, fragt man 100, sagen 60 nein. Trotzdem hat man seine Verkäufe um das Zehnfache gesteigert. Tenor der Rede war, dass alles eine Sache der richtigen Einstellung ist. Je positiver man an ein Vorhaben herangeht, desto erfolgreicher wird man am Ende sein. Der Vortrag lässt sich gut auf alle Lebensbereiche anwenden und war somit der perfekte Auftakt für einen erfolgreichen Konferenztag.
 

Social Marketing as an investment in the future

Ade Oshineye lebt in East-London und arbeitet bei Google im Google+ Developer Team. Er stellt Google+ als Social Layer aller proprietären Dienste vor: YouTube, Google Search, Maps, Places oder Mobiles mit Android OS. Ziel sei es, den Nutzern das Leben zu erleichtern, indem individuelle und somit relevantere Ergebnisse angezeigt oder Dienste zur Verfügung gestellt werden können. Man wolle mit Google+ nicht einfach nur ein weiteres soziales Netzwerk bereitstellen, das eigentlich keiner benötige, so Oshineye, sondern eine Verbindung zwischen all den stark genutzten Anwendungen und Diensten herstellen – mit einfacher Bedienoberfläche ohne grafische Ablenkung und der Möglichkeit der Benutzerdefinition durch Embeds oder Authorship. Diverse Embedhacks erlauben dem Nutzer die Einbettung von YouTube Videos, Soundcloud, Google Play, Reviews und Google Dogs, sowie vielem anderen Content, der die Seite interessanter und individueller gestaltet.
 
Den zweiten Teil des Vortrags übernahm Michael Kamleiter, auch als App Jongleur und Brand-Stifter bekannt, welcher Geschäftsführer und Mitgründer der in Wien sitzenden Social Software Agentur „Die Socialisten“ ist. Mit der „Social Wall“ hat das Unternehmen ein Tool lanciert, das den gesamten Kommunikationsfluss von Twitter, Facebook, Foursquare, Google+, Fotoservices wie Instagram, EyeEm, Flickr, Twitpic, YFrog und anderen in einer Anwendung vereint. Zusätzlich integrierbar sind RSS- oder benutzerdefinierte XML und JSON-Feeds. Diese Open Graph Anwendung erleichtert es Unternehmen ein bestimmtes Event zu bewerben. Jede Website, die mit dieser App verbunden ist, kann von der Zielgruppe als Kommunikationskanal genutzt werden und die Anbieter können den Dialog zum Event sehr leicht verfolgen. Außerdem ist dadurch ein hochgradig individuelles Targeting der Zielgruppe möglich, was zu einer hohen CTR bei gleichzeitig geringem CPC führt.
 

Content- & Linkmarketing: Linkmarketing als integraler Bestandteil des Seeding-Prozesses im Content Marketing

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Maik Metzen der Berliner Agentur AKM3 und Rebecca Churt von Hubspot, einem Anbieter für Inbound Marketing Software mit Sitz in den Vereinigten Staaten, wandten sich mit dem Thema „Linkmarketing“ an das Publikum.
Zu Beginn erläuterte Churt das Buzzword „Inbound Marketing“ das klassische Kommunikationskanäle wie TV, Email, Telefon oder Postwurfsendungen ersetzt, was für Online Marketer nichts Neues sein dürfte. Sie bestätigt die These, dass Content King ist – aber eben längst nicht alles. Es ist wichtig die Nutzer mit individuellen und qualitativ hochwertigen Inhalten zu überzeugen, ihnen informative und frei zugängliche Informationen, Fotos, Videos, Links, Podcasts, Präsentationen oder gar eBooks zur Verfügung zu stellen. Die Kunden haben in Zeiten der ubiquitären Vernetzung die Macht und darum müssen sie bei Laune gehalten werden. Am besten funktioniert dies eben durch für sie relevanten Content, der Überzeugungsarbeit für die Marke oder das Unternehmen leistet. Rein produktbezogene Informationen, die als offensichtliches Primärziel den Verkauf verfolgen, überzeugen den Nutzer von heute längst nicht mehr. Trotz allem kommt man auch heute nicht mehr um Linkmarketing umhin, das spätestens seit dem Pinguin Update in Fachkreisen sehr negativ konnotiert ist.
 
Dazu äußerte sich Maik Metzen im folgenden Teil des Vortrags. Einfach definiert sei SEO in Onpage und Offpage untergliedert. Onpage SEO beinhaltet die Website-Strategie sowie Content-Marketing und Offpage SEO beschäftigt sich mit Linkmarketing und ist für die Generierung von Social Signals verantwortlich. Untersucht man das Interesse in Deutschland an den Begriffen „Linkbuilding“ und „Content Marketing“ mit Google Trends kann man erkennen, dass letzterer bereits mit dem Panda Update Anfang 2011 an Bedeutung gewann. Nach dem Penguin Update 2.0 Ende 2012 war die Ausprägung dieses Trends noch weitaus signifikanter. Trotz allem sollte Linkbuilding, oder Linkmarketing von dem nun meist die Rede ist, nicht vernachlässigt werden, denn auch sehr guter Content verbreitet sich nicht von alleine. Metzen betonte, wie wichtig soziale Netzwerke an dieser Stelle für den Seeding Prozess seien. Er selbst konnte bereits mit einem Artikel, der im AKM3 Blog veröffentlicht wurde, einen großen Erfolg erzielen und innerhalb kurzer Zeit auf Platz 3 der SERPs ranken, nur indem dieser in sozialen Netzwerken gepostet wurde. Guter Content verbreitet sich schnell und erhält somit in kurzer Zeit viele Social Signals. Am besten funktioniere der Seeding Prozess, indem Personas erstellt werden, also natürliche Personen im Unternehmen, die für ein Produkt werben und für einen bestimmten Bereich stehen, so Metzen.
 

OM Management: Webanalyse für bessere Conversion

Das Highlight des Tages waren Timo Aden, Autor des Buches „Google Analytics“ und Karl Kratz, ebenfalls Autor bekannter Online Marketing Publikationen. Beide glänzten mit fast unkonventionellen, lockeren Vorträgen, die dem Auditorium in nur 45 Minuten sehr viel wertigen Input lieferten.
Aden, der nach seiner langjährigen Arbeit bei Google das Unternehmen „Trakken Web Services“ mitgründete, erläuterte den Stellenwert der Web Analyse für die Conversion Optimierung. Ein Standard Webanalyse Tool wie Google Analytics ermöglicht Unternehmen die Untersuchung von Aspekten wie Zielgruppe, Browserauflösung der Nutzer Devices, den Anteil neuer und wiederkehrender User, Nutzung der externen und internen Suche, Konkurrenzanalyse, Höhe der Absprungrate auf allen Unterseiten der Homepage, potentielle Nutzer, demografische Daten und Personas. All diese Punkte helfen dem Webseitenbetreiber Schwachstellen und Potentiale zu erkennen und die Pages entsprechend zu optimieren. Sein einfacher, aber doch oft nicht realisierter Tipp: zu Beginn der Optimierung sucht man sich jene Seite mit den meisten Besuchern und der höchsten Absprungrate und arbeitet sich dann sukzessive vor. Außerdem lassen sich durch Webanalyse Affinitätsgruppen definieren, indem die Vorlieben der Nutzer genauer betrachtet werden. Dadurch wird eine gezieltere Ansprache der User ermöglicht und ebenfalls bessere Conversion Rates erreicht.
Die lange Arbeit bei Analytics war unschwer während seines gesamten Vortrags erkennbar. Beinahe begeistert erläutert er die Mächtigkeit des Tools mit dem fast alles möglich zu sein scheint: Analyse von Head- und Sublines, Texten, Produktabbildungen, Testimonials, Produktvideos, Trust-Elementen, Störern, USP’s, Preiskommunikation und vieles weitere, was den Rahmen hier sicherlich sprengen würde. Heißt – mit Google Analytics oder vergleichbaren Tools können Webseitenbetreiber ihre gesamte Domain bis ins kleinste Detail analysieren. So lassen sich fundierte Optimierungsentscheidungen treffen und umsetzen.
 
Im Anschluss ging Karl Kratz noch tiefer auf das Thema Conversion Optimierung ein. Er stellte die Optimierung einer Landing Page eines eBooks vor, mit der er die Conversion Rate mehr als verdoppeln konnte. Wie das funktioniert? Man dürfe dem Kunden, wenn er beim ersten Mal nicht konvertiert, beim zweiten Besuch nicht wieder die gleiche Page zeigen. Wolle man eine Frau für sich begeistern, könne man auch nicht immer denselben „Anmachspruch“ bringen, wenn dieser sie beim ersten Versuch schon nicht überzeugt habe, so Kratz. Die Lösung sind folglich dynamische Landing-Pages, die mittels Bitflags das Nutzerverhalten aufzeichnen und beim nächsten Besuch entsprechend gestaltete Pages anzeigen.
 

Wie baut man eine Marketing Maschine?

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Dr. Florian Heinemann ist Geschäftsführer von Project A Ventures, einem Unternehmen, das sich selbst als „Company Builder“ mit dem Fokus auf Internet, Mobile und Ad Technology, bezeichnet. Der eigentliche Vortragstitel „OM Strategie – Geschäftsmodelle, Lebensphasen, OM Kanäle“ wurde von dem Experten im Bereich Digital Marketing kurzerhand in „Wie baut man eine Marketing Maschine?“ geändert. Mit viel Witz und Geist erläuterte Heinemann die Erfolgsgeheimnisse der Internetgrößen. Vermutlich als einziger an diesem Tag hielt er sich nicht an die typischen Präsentationsrichtlinien, in denen es heißt man sollte Folien möglichst grafisch und optisch gut aufbereiten. Er gestaltete seinen Vortrag rein textlich und das nicht zu knapp. Trotz allem war er neben Timo Aden und Karl Kratz wohl der beste Redner des Tages, überzeugte mit seiner Expertise.
 
Organisationsbezogene Faktoren, die ein Unternehmen zum Erfolg führen, seien Spezialisierung statt Generalisierung sowie dedizierte und unabhängige BI-Treiber. Letzteres dürfte Heinemann sehr am Herzen liegen, da er selbst für den Bereich Business Intelligence im Unternehmen verantwortlich ist. Er erläuterte, dass es wichtig sei Spezialisten im Team zu haben, die sich mit einem bestimmten Themenbereich sehr gut auskennen, denn niemand könne in vielen Bereichen gleich gut sein, wie ein Mitarbeiter, der sich täglich nur auf einen Bereich konzentriere und nur in seinem Umfeld weiterbilde. Weiterhin sei Business Intelligence ein integraler Bestandteil einer großen „Marketing Maschine“, da nur so eine selbstgesteuerte und kontinuierliche Verbesserung und Optimierung aller Geschäftsprozesse möglich sei.
Außerdem bemängelt er, dass sich viele Unternehmen zunächst vor neuen Entwicklungen und Technologien sperren würden, da diese zu Beginn viel Budget aufbrauchen. Jedoch amortisiere sich diese Investition in absehbarer Zeit und würde in gerechtfertigtem Kosten-Nutzen-Verhältnis stehen. Nur so könne man innovativ und zeitgemäß handeln und langfristige Erfolge erzielen, so Heinemann.
 

Fazit

Jeweils 8 Vorträge in 4 Tracks von Marin Software, Belboon, Webtrekk und Soquero lieferten jedem Besucher der diesjährigen OmCap genügend Insights und Fachwissen, um in ein weiteres erfolgreiches Online Marketing Jahr zu starten. Sei es als Agentur oder Inhouse Marketing Kraft eines Unternehmens. Der maximale Austausch der auf der Konferenz durch das „Meet the speakers“ und die anschließende Party am Abend ermöglicht wurde, sorgte in jedem Fall für Aufwind unter den Fachkräften.

Mira Rodrigues

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