SEO vor 1 Jahr

13 Tipps für den Relaunch – von der Planung zum Golive: So wird der Relaunch ein Erfolg!

von der Konzeption bis zur Umsetzung: Ein Relaunch sollte gut geplant und strukturiert sein

Jetzt wird alles besser, ist in der Regel der erste Gedanke, wenn der mühsam geplante Relaunch endlich durchgeführt wurde. Nicht selten schleichen sich allerdings beim Website-Relaunch kleinere oder größere Fehler ein, die dazu führen, dass der erwartete Erfolg ausbleibt und – im schlimmsten Fall – sogar ins Negative umschlägt. Um die Erfolgschancen zu verbessern haben wir eine Liste von hilfreichen Relaunch-Tipps erstellt.

Definition: Relaunch

Ein Relaunch ist nicht mit meinem Redesign zu verwechseln. Bei letzterem geht es tatsächlich nur um den Look, beim Relaunch hingegen kommt das Feel hinzu. So ergeben sich strukturelle und technische Änderungen. Das kann einhergehen mit einem Redesign, so dass letztendlich beides – also Look & Feel – geändert werden.


Grundsätzliches vor dem Relaunch

1. Planung ist alles!

Relaunch

Ein Relaunch braucht vor allem eines: Ein vernünftiges Konzept! Im Vorfeld sollte man also Ziele definieren und ein Konzept ausarbeiten, mit dem eben diese Ziele erreicht werden sollen.

2. Weniger ist (oft) mehr – zumindest in der Kategoriestruktur

Eine saubere Struktur ist der Grundstein jeder Website. Man sollte immer im Hinterkopf behalten, dass die Inhalte vom User gefunden werden sollen – bestenfalls ohne stundenlange Suche. Gerade bei der Tiefe der Kategoriestruktur gilt deswegen: So viel wie nötig, so wenig wie möglich.

3. Lieber zwei Tage länger als einen zu wenig

Klar – um eine grobe Zeiteinschätzung und Deadlines kommt man kaum herum. Dennoch: Halbfertig sollte kein Relaunch live gehen. Nehmt euch genügend Zeit für die Umsetzung und ausführliches Testen – die spart ihr dann gegebenenfalls an Korrekturen, die sonst im Nachgang erledigt werden müssen.

4. Habt Freunde in der IT-Abteilung

„Die netten Kollegen aus der IT sind menschenscheu!“ Das ist ein Gerücht, dass sich bei den meisten bis heute hartnäckig hält. Tatsächlich lohnt es sich immer einen guten Draht zur IT zu haben – gerade in der kritischen Phase des Relaunchs. Direkte Ansprechpartner sind Gold wert, da Zeit ein wesentlicher Faktor darstellt.


Die klassischen Fehler beim Relaunch

1. Noindex / Robots.txt

Weil die Website nicht bereits in der Aufbauphase auf der neuen Domain indexiert werden sollte, werden Crawler oft per robots.txt-Datei daran gehindert, die Seite zu crawlen. Alternativ – oder auch zusätzlich, wobei eine der beiden Methoden theoretisch genügen würde – kommt eine globale Noindex-Direktive zum Einsatz.

Wird diese nicht nach dem GoLive der Seite entfernt, verhindert das die Indexierung der gesamten Domain – eine organische Sichtbarkeit oder organischer Traffic ist damit auszuschließen. Deswegen sollten der Meta Robots-Tag und die robots.txt Datei beim Go-Live einer Seite zu allererst und später regelmäßig geprüft werden.

2. Redirects / Weiterleitungen

Unabhängig davon, ob eine Website neu strukturiert oder direkt ein kompletter Domain-Umzug vorgenommen wird: Die alten URLs müssen weitergeleitet werden. Andernfalls kann es sowohl zu einem Duplicate Content Problem (falls die alten Seiten erreichbar bleiben), als auch zu einem Verlust der positiven Effekte, die durch Backlinks generiert wurden, kommen.

Bei den Weiterleitungen kommt es darauf an, dass der richtige Redirect gewählt wird – das ist in den meisten Fällen der berühmte 301. Weiterhin sollte man darauf achten, passend weiterzuleiten – also zum Beispiel von der alten Kategorie „Waschmaschine“ auf die neue Kategorie „Waschmaschinen“, nicht auf ungleiche Kategorien oder – auch ein beliebter Fehler – global auf die Startseite.

So könnte ein korrekter 301-Redirect via .htaccess-Datei aussehen:

So könnte ein 301 Redirect aussiehen

3. Interne Verlinkung im Auge behalten

Trotz sinnvoll geschalteter Weiterleitungen sollte im Relaunch die interne Verlinkung angepasst werden, sodass interne Redirects so gut wie möglich vermieden werden. Warum? Der User findet doch mit der Weiterleitung auch zum Ziel? Ja, interne Redirects beeinflussen aber die Seitenladezeit negativ und verlangen dem Crawler einen zusätzlichen Step ab, bevor er an seinem Ziel ist – Dinge, die man relativ einfach vermeiden kann und sollte.

4. OnPage – Status checken

Oft werden im Zuge eines Relaunches bereits verschiedene Optimierungsmaßnahmen vorgeschlagen und umgesetzt – diese sollten dringend nach dem Relaunch nochmals kontrolliert werden!

Nicht selten zerbricht die mühevoll ausgearbeitete Canonical-Logik, das Title-Schema greift nicht wie erwartet, die Seitenladezeit ist länger als erwartet, die Sitemap wurde nicht aktualisiert oder die Meta Descriptions verschwinden plötzlich – nur um einige Beispiele zu nennen.

5. Tracking-Codes

Damit keine wichtigen Daten verloren gehen, sollten in jedem Fall die Tracking-Codes (Tag-Manager, Google Analytics, evtl. weitere Analyse-Tools) geprüft werden. Sind diese richtig eingebunden, steht einem guten Monitoring nichts mehr im Wege.


Nach dem Relaunch: Monitoring-Tipps

1. Analytics: Absprungrate

Ein guter Indikator dafür, dass mit der Website etwas allgemeines nicht stimmt, ist die Absprungrate – ist diese signifikant höher als vor dem Relaunch, sollte die Website auf Probleme geprüft werden. Unter Umständen muss auch an der Usability gearbeitet werden.

Bounce Rate Anstieg nach dem Relaunch
Steigt die Bounce Rate nach dem Relaunch, sollte man schnell handeln.

2. Analytics: Gesamttraffic und Traffic über verschiedene Channels

Klar – der Gesamttraffic sollte sich direkt nach dem Relaunch nicht signifikant verändern. Bricht der Traffic ein, sollte zuerst die Analytics-Integration geprüft werden. Liegt das Problem nicht hier begraben, muss die Problemsuche global fortgeführt werden.

Bricht nur der organische Traffic ein, muss zuerst die Indexierung und die Crawlability der Seite geprüft werden – liegt hier kein Fehler vor, sollte eine genaue Analyse folgen.

3. Google Search Console Check

Ein wirklich praktisches Monitoring-Tool – nicht nur – nach dem Relaunch ist die Google Search Console. Neben dem Indexierungsstaus und der Sitemap kann man die Seite hier beispielsweise auf 404-Fehler untersuchen und wenn nötig die geschriebenen Redirects korrigieren oder erweitern.

Steigen die 404 Fehler nach dem Relaunch signifikant, wurden oft die Redirects vergessen
404-Fehlerreport in der Google Search Console

4. Organische Sichtbarkeit

Gerade der SEO-Erfolg eines Relaunches wird oft am Sichtbarkeitsindex gemessen – stehen hierfür keine Tools wie Sistrix oder Searchmetrics zur Verfügung, ist es möglich, die Google Suchergebnisseiten mittels Scraping-Tool auf die wichtigsten Keywords zu untersuchen. So bekommt man zwar keinen aussagekräftigen Sichtbarkeitsindex, aber wenigstens einen groben Überblick über die Ranking-Veränderungen der wichtigsten Keywords.


Keine Angst vor dem Relaunch

Mit einem Relaunch ist immer ein gewisses Risiko verbunden und es kann mehr schief gehen, als man erwarten würde. Sicher denkt der ein oder andere nun darüber nach, ob sich der Relaunch wirklich lohnt. Keine Angst! Wie zu Beginn schon angesprochen: Der Zweck eines Relaunchs ist nun alles besser zu machen. Unser Erfolgsrezept für einen erfolgreichen Relaunch:

  • Klare Ziele des Relaunchs definieren
  • Vernünftiges Konzept ausarbeiten und Zuständigkeiten definieren
  • Kein Relaunch ohne Testsystem
  • Sorgfältige Prüfung der kompletten Webseite im Entwicklungsprozess, idealerweise nach jedem Milestone und mit technischer Unterstützung (z.B. Crawler)
  • Intensives Monitoring nach dem Relaunch

Sie haben einen Relaunch ins Auge gefasst oder stellen Komplikationen seit ihrem Relaunch fest? Zögern Sie nicht uns zu kontaktieren, wir beraten Sie gerne.

Kategorie:
SEO

Keine Kommentare

Kommentar verfassen