Webvideos selbst produzieren
Grundsätzlich gilt im Internet “Content is King”. Ob es darum geht die eigene Domain in den Suchergebnissen nach oben zu bringen oder die Conversion-Rate zu erhöhen. Es fängt stets mit gutem Content an. Es ist kein Geheimnis, dass der Google Crawler Multimediainhalte wie Bilder bzw. Videos mag und entsprechend ausgestattete Seiten Vorteile durch z.B. Universal-Search Einblendungen o.ä. erhalten.
Die starke verkaufsfördernde Wirkung ist der Hauptgrund, um auf seinem Internetauftritt Videos einzubinden. Ein gutes Beispiel hierfür ist Apple’s Seite für das iPad (siehe Screenshot). Natürlich sind die Videos hier teuer produziert und bis ins Detail ausgefeilt, aber man kann gut erkennen, dass über 90% am Anfang der Seite für 5 Bilder und 6 Videos reserviert sind!
Das gleiche lässt sich auch direkt in Shopsystemen beobachten wie z.B. hier bei Amazon. An der mit Blicken am stärksten frequentierten Stelle links oben sind Bilder und Videos platziert.
Wie teuer ist es Videos selbst zu produzieren?
Die Antwort ist einfach: Mit ein bisschen Zeit lassen sich mit relativ günstigen Mitteln qualitativ hochwertige Videos erstellen. Die Zeiten in denen man für professionelle Videoproduktion 10.000 Euro für eine Kamera inkl. Software ausgeben musste sind vorbei.
Was benötigt man als Grundausstattung?
1. Die Videokamera
Schon mit einem 400,00 € Digitalcamcorder lassen sich fantastische Ergebnisse erzielen. Beim Kauf ist Folgendes zu beachten: Das Bildformat sollte FullHD sein (1920 x 1080 Pixel) und ein manueller Weißabgleich muss möglich sein.
2. Der PC
Um Videos bearbeiten zu können, ist ein leistungsfähiger PC nötig. Am besten mit einem 64bit Betriebssystem. Wir empfehlen einen Computer mit folgender Mindestausstattung: Intel i5 Prozessor, einer nvidia GTX460 und 4gb ram. PC’s dieser Leistungsklasse gibt es bereits ab 700,00 €. Für Mac Nutzer sind ein MacBook Pro, Mac-Pro oder ein iMac von der Leistung her ausreichend. Das MacBook Air und der Mac mini sind für das rechenintensive video encoding nicht ausgelegt.
3. Die Software
Hier bleibt die Auswahl zwischen 2 Programmen. Anwender, welche die Videoproduktion nur nebenbei betreiben, sollten sich Adobe Premiere Pro CS5 beschaffen. Diese Software ist ab ca. 1.000 € Brutto erhältlich. Adobe bietet auch eine Consumer Variante “Adobe Premiere Elements 10″ an für ca. 100,00 €, bei dieser abgespeckten Version sollte geprüft werden, ob der Videocodec der eigenen Digitalkamera unterstützt wird.
Für alle die sich hauptberuflich mit Videoproduktion befassen wollen, ist der Avid Media Composer die 1. Wahl. Dies ist die Standardsoftware welche beim Fernsehen, professionellen Studios und auch in Hollywood verwendet wird. Der Preis liegt hier bei ca. 2.200,00 €. Der große Vorteil bei Avid Software liegt in der Erhältlichkeit von extra für diese Software entwickelten Hardware. Der Workflow in einer Arbeitsumgebung mit aufeinander abgestimmter Hard- und Software ist am produktivsten.
Von Apples eigenem Videoschnittprogramm Final Cut raten wir ab, weil die Weiterentwicklung dieser Software eingestellt wurde. Zumal die Adobe Software sehr schnell und stabil auf Mac Computern läuft.
Was ist bei der Produktion zu beachten?
1. Einstellung der Kamera
Viele Digitalkameras bieten die Möglichkeit zwischen verschiedenen Aufnahmemodi zu wählen. Wir empfehlen die Auflösung 1080p bei 30 Bildern die Sekunde. Bei der Kompression in den Aufnahme-Einstellungen, ist die Variante mit der höchsten Qualität zu empfehlen. Dies führt zwar zu relativ großen Dateien, aber im Zeitalter von USB 3.0 und 2 Terabyte Festplatten dürfte das inzwischen kein limitierender Faktor mehr sein.
Der Weißabgleich sollte manuell für jede Aufnahme eingestellt werden. Das sorgt für mehr Farbtreue des Bildmaterials.
2. Belichtung
Hier lautet die wichtigste Regel: Nicht gegen das Licht filmen. Die Lichtquelle sollte sich immer im Rücken des Kameramannes befinden.
Wenn Sie in Innenräumen aufnehmen, müssen Sie darauf achten nicht verschiedene Lichtquellen zu mischen. z.B.: Sonne die durch die Fenster scheint + Deckenbeleuchtung + Scheinwerfer. Das wird in der Regel dazu führen, dass die Farben auf der Aufnahme nicht mehr farbecht wirken, bzw. der Weißabgleich an der Kamera nicht zu dem gewünschten Ergebnis führt. Dies liegt an den unterschiedlichen Farbtemperaturen der einzelnen Lichtquellen.
3. Die Aufnahme
Lassen sie vor und nach der eigentlichen Aufnahme immer ca. 10 Sek. Zeit zum Schneiden.
4. Exportieren der Videos
Das beste Exportformat für Webvideos ist der h.264 Codec bei einer Auflösung von 640 x 360 Pixel im 16:9 Format. Beim Audioformat empfehlen wir AAC mit mindestens 192 kbps und das Video sollte auf 30 Bilder die Sekunde encodiert werden.
Einbinden der Videos mit Web-Playern
Als kostenlose Variante bieten sich die Branchenführer Youtube und Vimeo an. Wir empfehlen allerdings die kostenpflichtigen Varianten von Vimeo Pro oder Wistia. Hier ist die Performance und Bildqualität wesentlich besser. Zumal Wistia auch die Möglichkeit bietet das Benutzerverhalten genauer zu analysieren.


